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Schreinerberuf

 

Das Schreinerhandwerk - früher und heute

In den dörflichen Schreinereien des vorigen Jahrhunderts wurde noch nicht mit Maschinen, sondern mit einfachen Werkzeugen gearbeitet. An der Hobelbank wurden Holzteile mit Säge, Hobel und Stechbeitel zugerichtet und geglättet. Früher führte der Schreiner sämtliche Arbeitsgänge selbst von

Hand aus. In erster Linie stellte der Schreiner Möbel für den täglichen Bedarf her. Dies waren Tische, Stühle und Bänke, Truhen, Betten und Schränke. Neben den typischen Schüsselbrettern oder Tellerboden wurden darüberhinaus verschiedenste Kleinmöbel wie Nähkästchen, Bilderrahmen oder Konsolen im ländlichen Haushalt gebraucht und im dörflichen Handwerksbetrieb gefertigt. Aber auch beim Hausbau übernahm der Schreiner wichtige Arbeiten: Er fertigte die Fenster samt Verglasung, Fensterläden und Türen.

Die Arbeit erfolgte nur auf Bestellung. Einen großen Auftrag erhielt der Schreiner, wenn ein Bauer zur Heirat seiner Tochter die Aussteuermöbel bestellte. Je wohlhabender der Kunde desto umfangreicher und hochwertiger waren die auszuführenden Möbelstücke. Auf dem Brautwagen wurde dann das Mobiliar zusammen mit allem anderen Hausrat wie Geschirr und Bettzeug mit Standesbewußtsein durch das Dorf geführt.

Die Werkstatt des Schreiners mußte ein sehr heller Raum sein. Der Handwerker benötigte für seine Arbeit möglichst viel Licht. deshalb war auch das Herzstück seiner Werkstatt, die Hobelbank, in aller Regel am Fenster zu finden. Die wichtigsten Handwerksgeräte waren ringsherum an den Wänden aufgängt und so jederzeit griffbereit. In jeder Werkstatt stand ein Leimofen. Auf ihm wurde der Leim erhitzt; im Winter diente er gleichzeitig zur Heizung des ganzen Werkstattraumes.

Kurz nach der Jahrhundertwende machte sich auch in den kleinen dörflichen Schreinereien der industrielle Aufschwung bemerkbar. Neue Maschinen, über Transmissionen elektrisch angetrieben, erleichterten die Bearbeitung des Holzes erheblich. Durch das strahlende Licht der elektrischen Beleuchtung gab es in der dunklen Jahreszeit ungeahnte Verbesserungen in der Arbeitssituation. Die Produktpalette des Schreiners erweiterte sich in den kommenden Jahren enorm. Durch die maschinelle Unterstützung war es dem Schreiner nun möglich präziser und schneller zu Arbeiten.

Der Wirkungskreis vergrößerte sich als das Automobil den Pferdekarren ablöste. Baustellen waren nun in kürzester Zeit erreichbar. Eine nicht vorhersehbare Entwicklung bis zum heutigen Tag von der auschließlichen Handarbeit über die Transmission zur Elektroeinzelmaschine bis hin zu den computergesteuerten Anlagen die in den meisten Schreinereien schon nicht mehr wegzudenken sind.

Der Schreiner von heute benötigt nicht nur eine große Portion handwerkliches Geschick, sondern muß auch in den Bereichen der Computertechnik immer auf dem neuesten Stand sein. Nur so ist es möglich Ihnen Ihre individuellen Wünsche schnell und zuverlässig zu erfüllen. Vom praktischen Wohnmöbel bis zum ausgefallenen Design - er bietet Kompetenz im privaten Bereich wie auch im Objektbau.

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